Inside Passage

Eine der schönsten Fährpassagen Kanadas


Manchmal ist nicht nur das Ziel entscheidend, sondern vor allem der Weg dorthin.

Auf der Inside Passage trifft das ganz besonders zu. Zwischen Port Hardy im Norden von Vancouver Island und Prince Rupert an der Pazifikküste von British Columbia führt die Reise durch ein Labyrinth aus Inseln, schmalen Meeresarmen und dicht bewaldeten Küsten.

Über viele Stunden gleitet die Fähre durch eine Landschaft, die über weite Strecken nahezu unberührt wirkt.

Wasserfälle stürzen von den Bergen, kleine Leuchttürme markieren die Fahrrinne und mit etwas Glück taucht in der Ferne die Rückenflosse eines Wals aus dem Wasser auf. Straßen gibt es hier kaum. Der Seeweg ist bis heute eine wichtige Verbindung zwischen den abgelegenen Küstenorten im Westen Kanadas.

Die Inside Passage ist deshalb viel mehr als eine Fährüberfahrt von Vancouver Island aufs kanadische Festland. Sie ist ein eigener Reisetag und für viele Urlauber einer der stillen Höhepunkte ihrer gesamten Kanada-Reise.

Die Inside Passage

Zwischen Vancouver Island und Nordkanada


Der Begriff Inside Passage bezeichnet ein weit verzweigtes System geschützter Wasserwege entlang der nordamerikanischen Pazifikküste. Die gesamte Passage reicht von der Küste des US-Bundesstaates Washington über British Columbia bis nach Alaska.

Für Kanada-Reisende ist damit häufig die Fährverbindung zwischen Port Hardy und Prince Rupert gemeint. Die Route führt vom Norden Vancouver Islands durch die zerklüftete Inselwelt vor der Küste British Columbias. Große Teile der Strecke verlaufen zwischen vorgelagerten Inseln und dem Festland. Dadurch ist das Wasser vielerorts ruhiger als auf dem offenen Pazifik. QUELLE www.bcferries.com

Ganz ohne offenen Seegang kommt die Überfahrt allerdings nicht aus. Rund um das nördliche Vancouver Island und auf einzelnen breiteren Abschnitten kann die Fähre den Einfluss des Pazifiks durchaus spüren. Meist überwiegt jedoch das ruhige Gleiten durch geschützte Kanäle, Fjorde und Meeresarme.

Die genaue Route kann je nach Fahrplan, Wetter und eingesetztem Schiff variieren. Das eigentliche Erlebnis bleibt jedoch dasselbe: eine außergewöhnliche Reise durch die kaum erschlossene Küstenlandschaft von British Columbia.

Mit BC Ferries von Port Hardy nach Prince Rupert

Die klassische Inside-Passage-Überfahrt beginnt am Fährterminal Bear Cove bei Port Hardy. Von dort fährt die Fähre nordwärts bis nach Prince Rupert. Die Fahrt dauert nach Angaben von BC Ferries derzeit ungefähr 16,5 Stunden. Fahrzeit und Abfahrtszeiten können sich abhängig vom jeweiligen Fahrplan ändern. Aktuelle Fahrpläne und Buchung der BC Ferries hier.

Das klingt zunächst nach einem langen Reisetag. Tatsächlich vergeht die Zeit an Bord erstaunlich schnell. Immer wieder verändert sich die Landschaft: Auf breite Wasserflächen folgen enge Passagen, steile Berghänge und kleine Inseln. Hinter jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick.

Wer mit einem Mietwagen oder Wohnmobil unterwegs ist, kann das Fahrzeug mit auf die Fähre nehmen und die Reise nach der Ankunft direkt fortsetzen. Die Inside Passage eignet sich dadurch hervorragend als Verbindung zwischen Vancouver Island und dem Norden British Columbias.

Da die Verbindung nicht täglich und je nach Saison zu unterschiedlichen Zeiten angeboten wird, sollte sie frühzeitig in die Reiseplanung aufgenommen werden. Besonders wichtig ist eine rechtzeitige Reservierung für Reisende mit Fahrzeug. Die verfügbaren Stellplätze auf dem Fahrzeugdeck sind begrenzt und beliebte Überfahrten können früh ausgebucht sein.

Ein Tag zwischen Meer, Bergen und Regenwald

Nach dem Ablegen bleibt Port Hardy langsam zurück. Schon bald bestimmen Wald, Wasser und Berge das Bild. An manchen Stellen reichen die Bäume bis unmittelbar an die felsige Küste. Hinter ihnen steigen die Berge des Küstengebirges auf, deren Gipfel selbst im Sommer noch Schneefelder tragen können.

Die Inside Passage führt durch eine Landschaft, in der die Dimensionen schwer einzuschätzen sind. Was vom Schiff wie ein kleiner bewaldeter Hügel aussieht, kann eine kilometerlange Insel sein. Ein schmal wirkender Meeresarm öffnet sich plötzlich zu einem weiten Fjord. Hin und wieder erscheint ein einzelnes Haus oder ein Leuchtturm – danach folgen wieder viele Kilometer fast menschenleerer Küste.

Besonders eindrucksvoll sind die schmaleren Abschnitte der Route. Dort fährt die Fähre teilweise so nah an den bewaldeten Ufern entlang, dass sich einzelne Bäume erkennen lassen. Bei bewölktem Wetter ziehen Nebelschwaden zwischen den Bergen hindurch. An sonnigen Tagen spiegeln sich dagegen die Wälder und Gipfel im dunklen Wasser.

Es ist keine Landschaft, die sich mit einem einzigen Aussichtspunkt zusammenfassen lässt. Die Inside Passage wirkt durch ihre langsame Veränderung. Wer sich Zeit nimmt und immer wieder nach draußen geht, erlebt sie am intensivsten.

Tierbeobachtungen während der Überfahrt

Die Küstengewässer British Columbias sind Lebensraum zahlreicher Meeressäuger und Seevögel. Während der Fahrt können mit etwas Glück Buckelwale, Orcas, Schweinswale, Delfine, Robben oder Seelöwen beobachtet werden. Auch Weißkopfseeadler sind entlang der Küste heimisch.

Eine Garantie für Tierbeobachtungen gibt es selbstverständlich nicht. Die Fähre ist kein spezialisiertes Walbeobachtungsboot und verändert ihren Kurs nicht für einzelne Tiere. Gerade das macht eine Sichtung aber besonders: Plötzlich ist in einiger Entfernung eine Wasserfontäne zu sehen oder eine dunkle Rückenflosse durchbricht für wenige Sekunden die Oberfläche.
Ein Fernglas gehört deshalb unbedingt ins Handgepäck. Wer regelmäßig den Horizont und die Küstenlinie beobachtet, verbessert seine Chancen erheblich. Wale lassen sich häufig zunächst an ihrem Blas erkennen – der sichtbaren Atemfontäne über dem Wasser.

Auch ein Blick in Richtung Ufer kann sich lohnen. Schwarzbären leben in vielen Regionen entlang der Küste und suchen bei Ebbe gelegentlich an Stränden und Flussmündungen nach Nahrung. Aufgrund der Entfernung bleiben solche Beobachtungen vom Schiff aus jedoch eher selten.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die beliebteste Zeit für eine Fahrt durch die Inside Passage liegt zwischen dem späten Frühjahr und dem frühen Herbst. In diesen Monaten sind die Tage lang und ein großer Teil der Route kann bei Tageslicht erlebt werden.

Besonders im Juni und Juli bleibt es im Norden British Columbias bis weit in den Abend hinein hell. Das ist ein entscheidender Vorteil, denn bei einer mehr als 16-stündigen Überfahrt bestimmt die Abfahrtszeit, wie viel von der Landschaft sichtbar ist. Der Sommer bietet meist die angenehmsten Temperaturen, aber auch dann gehört Regen zur kanadischen Pazifikküste. Die gemäßigten Küstenregenwälder verdanken ihre dichte Vegetation gerade den hohen Niederschlägen. Ein bedeckter oder regnerischer Tag ist daher kein ungewöhnliches Reisepech, sondern ein typischer Teil dieser Region.

Wer die Wahl zwischen unterschiedlichen Verbindungen hat, sollte nicht nur auf das Datum, sondern auch auf die Abfahrtszeit achten. Eine Überfahrt mit möglichst vielen Stunden Tageslicht bietet das eindrucksvollste Landschaftserlebnis.

Wissenswertes

Über die Inside Passage in Kanada


Wie lange dauert die Fahrt durch die Inside Passage?
Die direkte Fährfahrt zwischen Port Hardy und Prince Rupert dauert nach dem derzeitigen Angebot von BC Ferries ungefähr 16,5 Stunden. Je nach Fahrplan, Fahrtrichtung und betrieblichen Bedingungen können die Zeiten abweichen. Vor der Reise sollten deshalb immer der aktuelle Fahrplan und die Buchungsunterlagen geprüft werden.

Kann ich meinen Mietwagen oder mein Wohnmobil mitnehmen?
Grundsätzlich werden auf der Verbindung auch Autos und Wohnmobile transportiert. Bei einem Mietfahrzeug sollten die Bedingungen des Vermieters geprüft werden. Für Wohnmobile müssen bei der Buchung die korrekte Länge und Höhe angegeben werden. Da die Kapazität auf dem Fahrzeugdeck begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.

Muss die Inside Passage im Voraus gebucht werden?
Eine frühzeitige Buchung ist dringend zu empfehlen, insbesondere bei Reisen mit Fahrzeug und während der Sommermonate. Die Verbindung wird nicht so häufig angeboten wie die Fährstrecken zwischen Vancouver und Vancouver Island.

Gibt es Kabinen auf der Fähre?
Auf den üblicherweise eingesetzten Fähren stehen je nach Schiff Kabinen und weitere komfortable Aufenthaltsmöglichkeiten zur Verfügung. Da die Ausstattung variieren kann, sollten die konkreten Angebote für die gebuchte Überfahrt direkt bei BC Ferries geprüft werden.

Kann man während der Fahrt Wale sehen?
Walbeobachtungen sind möglich, aber nicht garantiert. In den Gewässern leben unter anderem Buckelwale und Orcas. Ein Fernglas und regelmäßige Blicke vom Außendeck erhöhen die Chance, Tiere oder ihre Atemfontänen zu entdecken.

Wird man auf der Inside Passage seekrank?
Große Teile der Route verlaufen in geschützten Gewässern zwischen Inseln und Festland. Dennoch gibt es offenere Abschnitte, auf denen Seegang auftreten kann. Wer empfindlich reagiert, sollte vorsorglich ein geeignetes Mittel gegen Reisekrankheit mitnehmen und sich dazu gegebenenfalls in einer Apotheke oder ärztlich beraten lassen.

Welche Kleidung sollte ich mitnehmen?
Auch im Sommer empfehlen sich mehrere Kleidungsschichten, eine wind- und regenfeste Jacke sowie feste Schuhe. Auf den Außendecks kann es deutlich kühler und windiger sein als an Land. Kamera und Fernglas sollten ebenfalls ins Handgepäck.

Kann ich während der Überfahrt zu meinem Fahrzeug?
Der Zugang zum Fahrzeugdeck kann während der Fahrt eingeschränkt oder geschlossen sein. Alles, was unterwegs benötigt wird, sollte deshalb vor dem Ablegen aus dem Fahrzeug genommen werden. Dazu gehören Medikamente, warme Kleidung, Dokumente, Ladegeräte, Kamera und persönliche Wertsachen.

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